Apotheke am Bahnhof

Gase im Darm - Gase im Blut

Zoom (332KB)

Wenn Teile der Nahrung - meist Lactose, Fructose, Sobit oder Gluten - nicht aufgenommen oder verdaut werden können, bleiben diese dennoch nicht ungenutzt. Darmbakterien, die sich auf diese Nährstoffe spezialisiert haben, vermehren sich und erzeugen bei der Verdauung Gase, Alkohole, Amoniak etc. Diese giftigen Stoffe werden vom Darm aufgenommen und gelangen so ins Blut und belasten teilweise die Leber ganz massiv. Die Gasblasen sind sehr deutlich zu erkennen. Häufig klagen die Patienten parallel über Blähungen. Das veränderte Milieu im Darm führt nicht selten zu einer Fehlbesiederlung der Darmschleimhaut und damit Beeinträchtigungen der Darmfilters. Der Gasdruck hat häufig hohen Blutdruck zur Folge, die Aufnahme von Vitaminene und Aminosäuren kann erschwert sein, was Depressionen und oxidativen Stress zur Folge haben kann.

weiter-->

 

Fehlgärung

Das Vorhandensein von Gasen im Bereich des Verdauungstraktes weist darauf hin, dass bestimmte Bestandteile der Nahrung nicht vom Körper aufgenommen oder verarbeitet werden können. Diese Nahrungsreste werden dann zur Nahrung für Bakterien im Darm, welche bei der Verdauung dann unter anderem Gase produzieren. Diese Stoffwechselsituation wirkt sich auf verschiedene Gleichgewichte des Organismus belastend aus.
Zum Einen wird das Entgiftungssystem des Körpers duch die Gase, Alkohole, Ammoniak etc. stark belastet, was Müdigkeit, Schlappheit und Schädigungen der Leber zur Folge haben kann.
Zum Zweiten steigt durch den Gasdruck reaktiv auch der Blutdruck an.
Zum Dritten werden wichtige Stoffe der Nahrrung schlechter aufgenommen, vor allem Tryptophan, was dann zu Serotonin- und Melatoninmangel führen kann und damit zu depressiver Verstimmung und Schlafstörungen.
Zum Vierten verschiebt sich das Gleichgewicht der Darmbakterien, die Darmschleimhaut ist weniger geschützt, kann entzündlich und undicht werden.
Die Bestandteile der Nahrung, die diese Reaktionen auslösen, sind individuell sehr verschieden und können sich auch mit der Zeit verändern. Häufig liegt eine Laktoseintoleranz oder eine Fruktosemalabsorption vor, meist vergesellschaftet mit Sorbit Unverträglichkeit. Man kann das selbst zu Hause testen, indem man morgens nüchtern ein Glas Milch bzw. ein Glas Birnensaft trinkt und auf Gasentwicklung bzw. Durchfälle (weiche Stühle) achtet.

Ansatz zur Regulation:
Auch hier muß die Darmflora saniert werden: Probiotik pur 1x täglich über 2 Monate.
Zusätzlich müssen die Nahrungsmittel bewußt ausgewählt werden.
Bei Laktoseintoleranz Milchprodukte aus den „Türkenlädchen“ bevorzugen, Minus-L-Produkte, Lactase-Tabletten 3000 I.E. zu Milch-Mahlzeiten.
Bei Fruktosemalabsorption: Obstsorten mit Fruktose-Übergewicht meiden, notfalls Glukose (Traubenzucker) zum Ausgleich zugeben, z.B. Apfelkuchen mit Traubenzucker süßen.

zurück zur Übersicht